Mein Kind - ein Täter, eine Täterin?
Wenn Eltern erfahren, dass ihr Kind andere bedroht, schlägt, mobbt oder Regeln massiv verletzt, ist der Schock oft groß. Gefühle wie Schuld, Scham, Hilflosigkeit oder Angst sind ganz normal. Viele Eltern fragen sich: Was haben wir falsch gemacht? Oder: Wird mein Kind später kriminell?
Wenn ein Kind im Schulalltag durch aggressives, regelverletzendes oder verletzendes Verhalten auffällt, stehen Eltern oft unter großem emotionalem Druck. Eine sogenannte Störung des Sozialverhaltens beschreibt dabei kein „böses“ Kind, sondern ein, über längere Zeit anhaltendes Muster, bei dem Regeln und die Rechte anderer missachtet und Grenzen überschritten werden. Kinder, die als ‚Täter‘ wahrgenommen werden, sind häufig selbst stark belastet und überfordert. Daher wird unter Pädagogen ein Kind niemals als ‚Täter oder ‚Täterin‘ bezeichnet. Hinter dem Verhalten können starke Gefühle, emotionale Vernachlässigung, familiäre Konflikte, eigene Gewalterfahrungen, Entwicklungsstörungen oder psychische Erkrankungen stehen. Besonders der schulische Alltag mit seinen hohen sozialen und leistungsbezogenen Anforderungen kann diese Problematik verschärfen und zu einer Negativspirale aus Sanktionen, Ausgrenzung und weiterer Eskalation führen. Für Eltern ist es wichtig, das Verhalten ihres Kindes als Hilferuf zu verstehen, das Gespräch mit Schule und Fachkräften zu suchen und frühzeitig professionelle Unterstützung anzunehmen. Klare Grenzen, verlässliche Strukturen und eine stabile Beziehung sind dabei ebenso entscheidend wie therapeutische und pädagogische Hilfsangebote. Mit passender Unterstützung und Zusammenarbeit aller Beteiligten haben betroffene Kinder gute Chancen, ihr Verhalten positiv zu verändern und sich gesund weiterzuentwickeln.
Maßnahmen und Hilfsangebote:
Struktur & Regeln:
Feste Regeln und Konsequenz im Schulalltag bieten Sicherheit und Orientierung
Eltern-Lehrer-Gespräche:
Frühzeitiger Austausch, Einbeziehen der Schulleitung.
Verhaltensbeobachtung:
Lehrer sollten Protokoll führen, um Auslöser zu identifizieren.
Professionelle Hilfe:
frühzeitige Beratung durch die Schulsozialarbeit und Schulpsychologen, Ergotherapie oder kinder- und jugendpsychiatrische Diagnose/Therapie.
Positive Verstärkung:
Lob für erwünschtes Verhalten stärkt das Selbstwertgefühl.
Dieser Artikel wurde verfasst von der Schulfachkraft (SPUR) der staatlichen Realschule Maisach.