Sharenting

Sharenting: Ein relativ neuer Begriff, zusammengesetzt aus zwei englischen Worten: share für teilen und parenting für erziehen.

Er beschreibt die übermäßige Nutzung von Sozialen Medien durch Eltern, für das Zeigen von Bildern ihrer Kinder.

Ein paar Erinnerungsfotos aus dem Urlaub auf Instragram oder Facebook, was soll schon dabei sein, denken sich vielleicht viele Eltern.

Doch so unbedenklich wie es erstmal scheint ist es am Ende nicht.

Polizei und Kinderhilfswerk zum Beispiel warnen sogar explizit vor dem sogenannten Sharenting.

Hauptgrund für diese Warnung ist die fehlende Kontrolle über Bilder im Netz.

Ist ein Bild erstmal im Internet, lässt sich nicht mehr kontrollieren was damit passiert- vor allem wenn der Nutzungsaccount der Eltern öffentlich ist.

Fremde Personen könnten die Bilder herunterladen und für sich nutzen.

Auch gibt es bereits Seiten die so programmiert sind, dass sie Instragram -Acounts beispielsweise vollautomatisch nach bestimmten Fotos durchsuchen können, sie kopieren und dann auf eigenen Seiten im Netz anbieten.

Pädophile nutzen solche Seiten mit öffentlichen Bildern, kommentieren sie und teilen sie in ihren Netzwerken.

Ein berühmtes Beispiel für die negativen Folgen von Sharenting ist Schauspielerin Nina Bott, die Fotos ihrer Kinder im Darknet wiederfand.

Besonders problematisch ist es, wenn Eltern zusätzlich zu den Bildern Details zu Wohnort, Schule oder Kindergarten veröffentlichen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Teilen von Kinderfotos im Internet, ist das Thema Mobbing.

Was für Erwachsene lustig ist, kann für Kinder peinlich sein. Auch wenn Ihre Kinder vielleicht aktuell in einem Alter sind, in dem es sie noch nicht kümmert, dann doch unter Umständen Jahre später. Denn je nachdem, wo die Aufnahmen veröffentlicht wurden, sind sie auch Jahre oder gar Jahrzehnte später noch zugänglich.

Bloggerin Toyah Diebel und Wilson Gonzalez Ochsenknecht haben unter dem Hashtag #DeinKindAuchNicht eine Fotoserie veröffentlicht, die Erwachsene in typischen Kinderposen zeigt(beispielsweise mit Brei verschmiert oder auf dem Töpfchen) um darauf aufmerksam zu machen, dass kein Erwachsener gerne solche Bilder von sich veröffentlicht haben möchte. Warum sollte es also bei Kindern anders sein?

Die beiden Künstler appelieren an die Eltern, nicht leichtfertig und naiv mit der Privatsphäre ihrer Kinder umzugehen und immer mit genügend Weitsicht zu überlegen, was so ein Post für Auswirkungen haben kann.

Diese Aktion mag provokativ erscheinen und trifft doch einen Nerv in unserer Gesellschaft welche durch Instagram, Facebook und Co ihr Leben einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht, ohne zu hinterfragen wer sich möglicherweise die geposteten Bilder ansieht.

Was können Eltern tun, um ihre Kinder zu schützen?
klicksafe bietet mit "Zu nackt fürs Internet? - 10 Schritte für mehr Sicherheit im Umgang mit Kinderfotos online" eine Infokarte an, mit der Eltern ganz leicht überprüfen können, ob sie alle wichtigen Aspekte berücksichtigt haben, bevor sie ein Bild veröffentlichen.

Weitere Informationen:

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